Dieser Beitrag beschreibt nicht, wie eine gute Handwerker-Website aussieht. Er ist eine Fehlersuche an der Seite, die Sie bereits betreiben. Nehmen Sie Ihr Telefon, öffnen Sie Ihre eigene Website und gehen Sie die sechs Punkte der Reihe nach durch. Jeder ist in unter einer Minute zu prüfen, und keiner setzt voraus, dass Sie jemanden dafür beauftragen.
Der Grund für diese Reihenfolge: Im Handwerk scheitert eine Website selten an der Gestaltung. Sie scheitert an einer Kleinigkeit im Ablauf zwischen „gefunden“ und „angerufen“. Wer das Symptom im Betrieb bemerkt, findet die Ursache auf der Seite meistens selbst — vorausgesetzt, er weiß, wo er hinsehen muss.
Erst das Symptom, dann die Ursache
Fangen Sie nicht bei der Website an, sondern bei dem, was Ihnen im Alltag auffällt: ein stilles Telefon trotz Besuchern, Anfragen aus Orten, die Sie nie anfahren, Interessenten, die vor dem Angebot nach Referenzen fragen. Die folgende Tabelle geht von diesen Beobachtungen aus und benennt die Stelle, an der es dann fast immer hängt.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Sofortmaßnahme |
|---|---|---|
| Besucher kommen, das Telefon bleibt still | Die Nummer ist nicht anklickbar oder steht nur ganz unten | Nummer als Telefon-Link in den Kopfbereich jeder Seite |
| Anfragen kommen verspätet oder gar nicht an | Das Formular verschickt nichts oder landet im Spam-Ordner | Testanfrage an sich selbst schicken, Spam-Ordner prüfen |
| Anrufe aus Orten, die Sie nicht anfahren | Das Einzugsgebiet ist nirgends im Text benannt | Orte und Umkreis auf der Startseite ausschreiben |
| Interessenten fragen vor dem Angebot nach Referenzen | Auf der Seite stehen gekaufte Fotos statt eigener Arbeiten | Zehn Handyfotos abgeschlossener Aufträge einsetzen |
| Besucher springen sofort wieder ab | Die Seite lädt über Mobilfunk zu langsam | Große Bilddateien verkleinern, Bilderwechsler entfernen |
| Sie erscheinen in der Kartenansicht nicht | Kein oder ein verwaistes Google-Unternehmensprofil | Profil beanspruchen, Zeiten und Leistungen nachtragen |
| Kunden nennen eine alte Nummer oder Adresse | Website, Google-Profil und Verzeichnisse widersprechen sich | Eine Schreibweise festlegen und überall angleichen |
Die Spalte rechts ist bewusst so gewählt, dass sie ohne Agentur machbar ist. Was danach noch offen bleibt, ist ein Fall für einen Umbau — nicht umgekehrt.
Fehler 1: Die Nummer steht da, nur anrufen kann sie niemand
Das Symptom ist unauffällig: Die Website bekommt Besuche, das Telefon bleibt trotzdem still. Der häufigste Grund ist banal. Die Nummer steht ganz unten im Fußbereich, oder sie ist Teil einer Grafik im Seitenkopf. Auf dem Handy heißt das: mehrfach wischen, Nummer ablesen, App wechseln, abtippen. Diese vier Schritte macht jemand, der Sie schon kennt. Jemand, der gerade drei Betriebe nebeneinander offen hat, macht sie nicht.
Prüfen Sie es in fünf Sekunden: Tippen Sie auf dem Handy auf Ihre eigene Nummer. Öffnet sich der Wähler nicht, ist sie kein Link. Versuchen Sie zusätzlich, die Nummer zu markieren und zu kopieren — geht das nicht, ist sie ein Bild und existiert für Suchmaschinen und für Vorlesesoftware gar nicht. Die Korrektur ist in jedem Redaktionssystem eine Sache von Minuten und die mit Abstand billigste Verbesserung auf dieser Liste.
Fehler 2: Ein Formular steht dort, wo eigentlich ein Anruf passiert
Im Handwerk ist der Anruf der Normalfall. Trotzdem ist auf vielen Seiten das Formular der einzige angebotene Weg — und oft ein langes: Straße und Hausnummer als Pflichtfeld, ein Auswahlfeld für die Art des Auftrags, ein Wunschtermin, dazu das Häkchen zur Datenschutzerklärung. Wer gerade Wasser im Keller stehen hat, füllt das nicht aus. Er sucht die nächste Nummer.
Der zweite, schlimmere Fall ist das Formular, das gar nichts verschickt. Das passiert nach jedem Server- oder E-Mail-Umzug und fällt monatelang nicht auf, weil ausbleibende Anfragen wie eine schlechte Auftragslage aussehen. Schicken Sie sich deshalb einmal im Quartal eine Testanfrage und sehen Sie auch im Spam-Ordner nach. Fehlt sie dort ebenfalls, liegt es nicht an Ihrer Website, sondern am Versandweg.
Die Sofortmaßnahme hat zwei Teile. Reduzieren Sie die Pflichtfelder auf das, was Sie für einen Rückruf tatsächlich brauchen. Und schreiben Sie unter den Absendeknopf, was jetzt passiert und bis wann: „Wir melden uns am selben Werktag zurück“ beantwortet genau die Frage, an der sonst abgebrochen wird.
Fehler 3: Anrufe aus Orten, die Sie gar nicht anfahren
Dieses Symptom ist eindeutig, weil es Ihnen Arbeit macht: Sie telefonieren Anfragen ab, die Sie ohnehin ablehnen — und aus dem Nachbarort, in dem Sie jede Woche auf einer Baustelle stehen, kommt nichts. Dann beschreibt Ihre Seite das Einzugsgebiet nicht, sie deutet es an. Wendungen wie „regional tätig“ oder „und Umgebung“ beantworten die einzige Frage nicht, die der Anrufer hat: Kommen Sie zu mir?
Die Prüfung dauert eine Minute. Bitten Sie jemanden, der Ihren Betrieb nicht kennt, auf Ihrer Seite den Ort zu finden, in dem er wohnt. Sucht er länger als zehn Sekunden, oder findet er den Ort nur auf einer eingebetteten Karte, ist der Punkt offen — eine Karte liest weder eine Suchmaschine noch eine Vorlesesoftware zuverlässig aus. Schreiben Sie stattdessen die Orte aus, die Sie wirklich anfahren, und nennen Sie den Umkreis in Kilometern. Wer sich dagegen Adressen in Nachbarstädten ausdenkt, verstößt gegen Googles Richtlinien und handelt sich obendrein ein wettbewerbsrechtliches Risiko ein.
Fehler 4: Auf den Fotos arbeitet jemand anders
Das Symptom ist ein Gespräch, das Sie oft führen: Interessenten fragen vor dem Angebot nach Referenzen oder wollen wissen, ob Sie „so etwas“ schon einmal gemacht haben. Beides sollte die Website längst beantwortet haben. Sie tut es nicht, wenn dort gekaufte Aufnahmen stehen — der lächelnde Mann mit Klemmbrett vor einem Rohbau, das perfekt ausgeleuchtete Musterbad, die Werkzeugwand ohne eine Spur Gebrauch. Solche Bilder erkennen die meisten Leute inzwischen, und sie stehen häufig gleichzeitig auf mehreren Seiten in derselben Stadt.
Die Prüfung: Gehen Sie drei Fotos durch und fragen Sie sich, ob darauf ein eigenes Fahrzeug, eigene Leute oder eine Baustelle zu sehen ist, die Sie wiedererkennen. Wenn nicht, tauschen Sie sie aus. Aufnahmen vom Handy bei Tageslicht genügen völlig; entscheidend ist die Bildunterschrift. „Bad im Altbau komplett saniert, vier Arbeitstage, Offenbach“ beweist mehr als jede Aufnahme aus einer Bilddatenbank — und liefert nebenbei genau die Wörter, nach denen später gesucht wird.
Fehler 5: Die Seite lädt im Büro und stirbt auf der Baustelle
Getestet wird eine Website fast immer dort, wo sie gebaut wurde: am Schreibtisch, im WLAN, auf einem großen Bildschirm. Ihre Kunden öffnen sie woanders — im Auto, im Keller, im Treppenhaus, auf einer Verbindung, die schwankt. Bleibt die Seite dort erst weiß und erscheint dann in Stücken, ist der Besuch vorbei, bevor auch nur eine Ihrer Leistungen sichtbar war.
Die Prüfung besteht darin, am Handy das WLAN auszuschalten und laut mitzuzählen. Drei Sekunden sind unauffällig, acht sind es nicht. Die Ursache liegt fast immer bei den Bildern: Eine Aufnahme, die direkt aus der Handykamera in die Seite geladen wurde, ist um ein Vielfaches größer als nötig. Verkleinern und komprimieren Sie die Dateien vor dem Hochladen — und werfen Sie den Bilderwechsler auf der Startseite heraus, der mehrere große Fotos lädt, von denen die meisten nie jemand sieht.
Fehler 6: Das Google-Unternehmensprofil ist da, aber niemand pflegt es
Bei lokalen Gewerken fällt ein großer Teil der Entscheidung, bevor jemand Ihre Website überhaupt öffnet — in der Kartenansicht über den Suchergebnissen. Dort steht, ob gerade geöffnet ist, wie weit es zu Ihnen ist und was andere geschrieben haben. Ein verwaistes Profil richtet dort mehr Schaden an als gar keines: Öffnungszeiten von vorletztem Jahr, Feiertage nie eingetragen, die letzte Bewertung seit Monaten unbeantwortet.
Prüfen Sie es so, wie ein Kunde es tut: Suchen Sie in einem privaten Browserfenster nach Ihrem Gewerk und Ihrem Ort. Erscheinen Sie in der Kartenansicht, und stimmt, was dort steht? Das ist der einzige Punkt dieser Liste, der nichts mit Ihrer Website zu tun hat und trotzdem darauf steht — weil er der billigste ist. Das Profil zu beanspruchen, Zeiten zu korrigieren, Leistungen einzutragen und Bewertungen zu beantworten kostet nichts und ist an einem Abend erledigt.
Die Zehn-Minuten-Diagnose
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Beitrag mitnehmen, dann diese Reihenfolge. Sie brauchen dafür Ihr Telefon, zehn Minuten und sonst niemanden.
- Minute 1: WLAN am Handy ausschalten, Ihre Startseite über Mobilfunk aufrufen und mitzählen, bis Text und erstes Bild stehen.
- Minute 2: Auf Ihre Telefonnummer tippen. Öffnet sich der Wähler? Wenn nicht, ist sie ein Bild oder reiner Text.
- Minute 3: Ohne zu scrollen die Frage beantworten: Was macht dieser Betrieb, und wo arbeitet er?
- Minute 4: Den wichtigsten Nachbarort suchen. Steht er ausgeschrieben im Text — oder nur auf einer Karte?
- Minute 5: Drei Fotos ansehen. Erkennen Sie darauf eigene Leute, eigene Fahrzeuge, eigene Baustellen?
- Minute 6: Das eigene Kontaktformular mit einer Hand ausfüllen und abschicken. Pflichtfelder dabei zählen.
- Minute 7: Posteingang und Spam-Ordner prüfen. Ist die Testanfrage angekommen, und von welcher Absenderadresse?
- Minute 8: Im privaten Browserfenster nach Gewerk und Ort suchen. Erscheinen Sie in der Kartenansicht?
- Minute 9: Das Google-Unternehmensprofil öffnen. Stimmen Öffnungszeiten, Feiertage, Leistungen, Fotos?
- Minute 10: Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Google-Profil und Rechnung vergleichen. Drei Mal identisch?
Was das Ergebnis bedeutet
Ein oder zwei offene Punkte sind normal und meist in einer Stunde erledigt — dafür brauchen Sie niemanden. Bleiben dagegen vier oder mehr offen, und verteilen sie sich über verschiedene Bereiche (Technik, Inhalt, Sichtbarkeit), dann reparieren Sie keine Einzelfehler mehr, sondern arbeiten gegen den Aufbau der Seite an. Das ist der Punkt, an dem ein Neuaufbau günstiger wird als weiteres Nachbessern, weil jede Korrektur an einer alten Struktur die nächste teurer macht.
Ein letzter Hinweis, der gegen unser eigenes Geschäft spricht: Solange Ihre Auftragsbücher voll sind und Sie niemanden einstellen wollen, ist keiner dieser sechs Punkte dringend — mit Ausnahme des Google-Profils, das Sie ohnehin pflegen sollten. Eine neue Website löst kein Problem, das Sie nicht haben. Wer dagegen wissen will, wie eine Handwerker-Website von Grund auf aufgebaut sein sollte, findet die vollständige Anforderungsliste auf unserer Branchenseite.
Häufige Fragen zu Fehlern auf Handwerker-Websites
Meistens liegt es nicht am Aussehen der Seite, sondern an einer der sechs Stellen oben. Am häufigsten sind es zwei: eine Telefonnummer, die sich nicht antippen lässt, und ein Formular, dessen Nachrichten gar nicht ankommen. Prüfen Sie diese beiden zuerst, bevor Sie über Gestaltung nachdenken — beide sind an einem Nachmittag geklärt.
So wenige, wie Sie für einen Rückruf brauchen: Name, Telefonnummer und eine kurze Beschreibung des Anliegens. Alles Weitere — Adresse, Wunschtermin, genaue Maße — klären Sie am Telefon schneller und zuverlässiger. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine weitere Gelegenheit, den Vorgang abzubrechen.
Schalten Sie das WLAN aus und rufen Sie Ihre Startseite über Mobilfunk auf, am besten nicht am Firmenstandort. Zählen Sie mit, bis Text und erstes Bild stehen. Bleibt die Seite länger als ein paar Sekunden weiß, sind fast immer zu große Bilddateien die Ursache — und das lässt sich ohne Neubau beheben.
Für die reine Erreichbarkeit trägt ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil erstaunlich weit, und bei voller Auslastung ist es die günstigere erste Investition. Eine Website lohnt sich, sobald Sie Aufträge auswählen statt annehmen wollen oder Personal suchen. Bewerber schauen zuerst online nach, und im Profil steht dazu nichts.
Reparieren Sie, solange die Struktur trägt und nur einzelne Stellen offen sind. Für einen Neuaufbau spricht es, wenn mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen sind, sich die Seite ohne fremde Hilfe nicht ändern lässt oder jede Korrektur neue Nebenwirkungen erzeugt. Welcher Fall vorliegt, zeigt Ihnen die Zehn-Minuten-Diagnose oben.
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Wir schauen uns Ihre Website vorab an und zeigen Ihnen die größten Hebel für mehr Anfragen.


