Wir bauen mit WordPress. Das ist beim Lesen dieses Vergleichs mitzudenken — und der Grund, warum dieser Beitrag ohne Aufzählung fremder Schwächen auskommt. Die Unterschiede, um die es tatsächlich geht, sind strukturell und lassen sich nachprüfen, ohne dass jemand einem Anbieter etwas unterstellt.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftige Entscheidung ist, und es hilft niemandem, das zu verschweigen:
- Sie brauchen kurzfristig eine einfache Präsenz und wollen nicht warten
- Es geht um wenige Seiten ohne besondere Anforderungen
- Sie wollen alles selbst machen und keine Dienstleister koordinieren
- Das Vorhaben ist ein Test — Sie wissen noch nicht, ob das Geschäft trägt
- Das Budget ist der begrenzende Faktor, nicht die Anforderungen
Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, sollten Sie einen Baukasten nehmen. Wir sagen das im Erstgespräch genauso, auch wenn daraus kein Auftrag wird.
Die drei Unterschiede, auf die es wirklich ankommt
Vergleichstabellen listen gern Dutzende Merkmale auf. In der Praxis entscheiden drei.
Erstens: Wem gehört das Ergebnis. Bei einem Baukasten mieten Sie ein System; endet das Abo, endet in der Regel die Website. Bei WordPress liegt die Software auf einem Hosting Ihrer Wahl und die Inhalte gehören Ihnen. Beides kann passen — aber es ist ein Unterschied, den man kennen sollte, bevor man drei Jahre Inhalte investiert.
Zweitens: Ob Sie umziehen können. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Sie heute zufrieden sind, sondern was passiert, wenn Sie es in zwei Jahren nicht mehr sind. Systeme unterscheiden sich stark darin, wie vollständig sich Inhalte exportieren lassen. Das ist vor der Entscheidung eine Frage von fünf Minuten und danach ein Projekt.
Drittens: Wie sich die Kosten über die Zeit verhalten. Ein Abo ist monatlich planbar und läuft dauerhaft. Ein einmalig gebautes Projekt kostet vorn mehr und danach nur noch Hosting und Pflege. Welche Form günstiger ist, hängt schlicht davon ab, wie lange die Website leben soll — rechnen Sie beides auf fünf Jahre, dann sehen Sie es.
| Baukasten | WordPress | |
|---|---|---|
| Eigentum | System gemietet | Software und Inhalte gehören Ihnen |
| Umzug | Je nach Anbieter eingeschränkt | Export in offenem Format |
| Kostenform | Monatliches Abo, dauerhaft | Einmalig, danach Hosting und Pflege |
| Wartung | Übernimmt der Anbieter | Ihre Aufgabe oder die eines Dienstleisters |
| Dienstleisterwahl | An den Anbieter gebunden | Jeder WordPress-Entwickler |
| Startaufwand | Sehr gering | Konzept und Umsetzung nötig |
Was für WordPress spricht
- Die Inhalte lassen sich in einem offenen Format exportieren, also mitnehmen
- Hosting, Domain und Dienstleister sind unabhängig voneinander wechselbar
- Es gibt sehr viele Entwickler — Sie sind nicht an eine Agentur gebunden
- Funktionen lassen sich ergänzen, wenn sich das Geschäft ändert
Der Preis dafür ist Verantwortung: WordPress braucht regelmäßige Updates und Backups. Wird das über Jahre versäumt, wird die Seite irgendwann angreifbar. Wer diese Aufgabe weder selbst übernehmen noch vergeben will, ist mit einem gewarteten System tatsächlich besser bedient.
Was der Wechsel später kostet
Der Punkt, den fast alle Vergleiche auslassen: Die Entscheidung ist keine Einbahnstraße, aber die Rückfahrt ist unterschiedlich teuer.
Von einem System zum anderen zu wechseln bedeutet in der Praxis drei Dinge — Inhalte übertragen, Gestaltung neu aufbauen und alle bestehenden Adressen weiterleiten. Der erste Punkt hängt daran, wie gut sich exportieren lässt. Der dritte ist unabhängig vom System immer nötig und wird immer vergessen.
Praktischer Rat: Klären Sie vor der Entscheidung, in welchem Format Sie Ihre Inhalte im Ernstfall herausbekommen, und ob dabei auch die Adressen erhalten bleiben. Wenn ein Anbieter diese Frage nicht klar beantwortet, ist das die Antwort.
Drei Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
- Wem gehören die Inhalte und wer hat die Zugangsdaten, wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?
- In welchem Format bekomme ich meine Inhalte heraus — und lassen sich die bestehenden Adressen mitnehmen?
- Was kostet das Ganze über fünf Jahre gerechnet, inklusive laufender Kosten?
Diese drei Fragen trennen Anbieter zuverlässiger als jeder Funktionsvergleich, und sie funktionieren bei Baukästen genauso wie bei Agenturen. Uns eingeschlossen — stellen Sie sie uns ruhig.
Die Frage, die wichtiger ist als beide
Die Systemfrage wird überschätzt. Ob eine Website Anfragen bringt, entscheidet sich fast nie am Unterbau, sondern daran, ob Besucher in wenigen Sekunden verstehen, was angeboten wird, ob sie Vertrauen fassen und ob der Weg zur Kontaktaufnahme kurz ist.
Eine klar aufgebaute Baukasten-Seite mit gutem Text schlägt eine unklare WordPress-Seite jederzeit. Umgekehrt genauso. Klären Sie also zuerst, was die Seite leisten soll und für wen — und danach, womit sie gebaut wird. In dieser Reihenfolge ist die Antwort meistens offensichtlich.
Ein praktischer Weg dorthin: Schreiben Sie in einem Satz auf, für wen Sie arbeiten und welches Ergebnis Sie liefern. Notieren Sie dann, was ein Besucher tun soll — anrufen, schreiben, einen Termin buchen, bestellen. Wenn diese beiden Sätze stehen, ist die Systemfrage meist nur noch eine Frage von Budget und Zeit.
Und wenn sie nicht stehen, wird auch das teuerste System daran nichts ändern. Das ist der eigentliche Grund, warum wir diesen Vergleich nicht mit einer Empfehlung beenden: Die richtige Antwort hängt an Ihrem Vorhaben, nicht an unserer Werkzeugwahl.
Häufige Fragen zum Vergleich
WordPress selbst wird laufend gepflegt. Unsicher werden Seiten fast immer durch veraltete Erweiterungen und ausbleibende Updates, nicht durch das System. Wer regelmäßig aktualisiert, Backups hat und wenige, gut gewartete Erweiterungen einsetzt, betreibt eine sichere Seite.
Ja, aber der Aufwand hängt davon ab, wie gut sich Inhalte exportieren lassen. Texte und Bilder lassen sich in der Regel übernehmen; Gestaltung und Struktur entstehen neu. Wichtig ist, die bestehenden Adressen weiterzuleiten, sonst verlieren Sie die aufgebaute Sichtbarkeit.
Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind Ladezeit, Struktur, Inhalte und ob sich Titel und Beschreibungen pro Seite setzen lassen. Manche Baukästen können das gut, andere weniger. Das ist eine Frage des konkreten Anbieters, nicht der Gattung.
Für den Aufbau in der Regel ja. Für den laufenden Betrieb nicht: Texte, Bilder und neue Beiträge pflegen Sie nach einer Einweisung selbst. Updates und Backups können Sie übernehmen oder abgeben.
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